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Rückblick/2016/Vorwort

Das ist ein Rückblick auf ein Vorwort der Vorjahre, hier ist das aktuelle Vorwort.

28 Jahre Goldegger Blues & Folk Tage oder "Ing. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Farbe Blau zu lieben"

Liebe Freunde der Goldegger Blues & Folk Tage!

Meine Zukunft ist Eure Vergangenheit: ich schreibe dieses Vorwort am Pfingstmontag, wenige Tage vor dem zweiten Wahlgang zur Bundespräsidentenwahl. Ihr wisst daher bereits mehr als ich. Ich hoffe, Ihr habt Euren Teil dazu beigetragen, dass deutsche Fernsehsatiriker keinen Anlass dazu haben, Schmähgedichte auf den neuen österreichischen Bundespräsidenten zu verfassen, die in keiner Weise den Qualitätsansprüchen des ZDF genügen.

Die Goldegger Blues & Folk Tage haben seit ihrer Gründung fünf Bundeskanzler und drei Bundespräsidenten kommen und gehen gesehen, der sechste und vierte stehen vor der Amtseinführung. Auch der Ortstafelverrücker mit seinem Ingenieur des Grauens war da, wieder weg, wieder da, etc., etc., bis für seine Anhänger endgültig die Sonne vom Himmel fiel.

Nun aber ist Ing. Seltsam angetreten, uns zu lehren, die Farbe Blau zu lieben. Mit zwingenden Argumentationslinien wie "Meine Tochter hat gern Beeren, und jetzt überlegen wir, Hühner zu kaufen" hat er bereits weite Teile der Bevölkerung überzeugt. Als Vorwortschreiber halte ich es da lieber mit einem Kettenraucher, der bei seinen Mitmenschen am ehesten Beistrichfehler verzeiht.

Unverzeihbar hingegen ist die mangelnde Solidarität vieler EU-Mitgliedsstaaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen. "Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge" stellt Gregor Gysi als Gast bei Jan Böhmermann zweifelsfrei fest. Wir gehen mit gutem Beispiel voran und werden die im Schloss Goldegg untergebrachten Asylwerber heuer dazu einladen, die Goldegger Blues & Folk Tage mitzuerleben, und - wer von ihnen denn gerne möchte - beim Bühnenaufbau zu helfen.

Liebes Publikum, helft auch Ihr wieder mit, durch Euer zahlreiches Erscheinen die Veranstaltung zu einem gelungenen Fest der Musik und der Gemeinsamkeit zu machen. An den Qualitätsansprüchen an das gewohnt hochklassige und abwechslungsreiche Musikprogramm soll es nicht scheitern. Gute Unterhaltung wünscht

Günter Burgstaller am 16. Mai 2016

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