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Rückblick/2007/Vorwort

Das ist ein Rückblick auf ein Vorwort der Vorjahre, hier ist das aktuelle Vorwort.

19 Jahre Goldegger Blues & Folk Tage oder "Heimat bist du großer Söhne" oder "Im Zweifel lieber Alzheimer"

Liebe Freunde der Goldegger Blues & Folk Tage!

Wahrlich, wahrlich, derer sind gar große Söhne in unserem schönen Ländle, von deren Fantasie und Einfallsreichtum sich manch einer von uns ein Stück abschneiden könnte. Ja ganze Horden und Seilschaften von Söhnen sind damit beschäftigt, auf möglichst kreative Art und Weise, aber vor allem heimlich und unbemerkt dem kleinen Mann in die Tasche zu greifen, und das natürlich nur unter dem edlen Deckmäntelchen, das Beste für uns Normalsterbliche zu wollen.

Sollte trotz aller Vorsicht und Heimlichtuerei doch die eine oder andere Ungereimtheit, oder nennen wir es besser Unregelmäßigkeit ans Tageslicht der Öffentlichkeit gelangen, sind urplötzlich und aus heiterem Himmel viele dieser sogenannten großen Söhne der Republik mit akutem Alzheimer, ja manch einer sogar mit einer hartnäckigen Maulsperre infiziert.

Da gibt es Lobbyisten, auch "Edelkeiler" genannt, ausgediente Finanzminister, sowie Generäle und sonstiges militärisches Spitzenbeamtentum, ja sogar Händler, Zulieferer und Verkäufer, die Kampfflugzeuge für nicht mehr vorhandene oder abhanden gekommene Feinde wie Luxusautos bestellen, und die sich später bei genauerer Befragung über Details und Hintergründe des abgeschlossenen Handels plötzlich und akut an nichts mehr erinnern können. Wahrscheinlich war die Blendung durch die erhaltenen und die noch zu erwartenden Zuwendungen und Entschädigungen doch so stark, dass einige Synapsenverbindungen im Langzeitspeicher ihrer Gehirnwindungen unwiederbringlich zerstört wurden.

Auch ein Parteichef einer mittlerweile kleinen, aber um so lauteren Partei, ist vor akutem Langzeitgedächtnisverlust bei Gott nicht gefeit, ja sogar wenn es sich um die eigene Jugend, von ihm selbst als Sturm und Drangzeit bezeichnet, handelt. Verständlicherweise ist es natürlich nicht angenehm, wenn man Fotos vorgelegt bekommt, auf denen man nach drei bestellten Bieren im Tarnanzug beim Spielen im Wald über die eigenen Wurzeln seiner Vergangenheit stolpert. Da hilft nur noch Augen zu und lauthals über das Vergessene schweigen.

Wenn man rechtzeitig merkt, dass die Sche...... am dampfen ist und man sich mit dem sorgfältigen Vergessen etwas schwer tut, ist auch ein spontaner Auslandsaufenthalt recht hilfreich. Das dachte sich auch ein Bänker für die kleinen Leute, verdrückte sich schnurstracks, lebte in Saus und Braus wie Gott in Frankreich, aber siehe da, scheinbar schlug sich das schlechte Gewissen aufs schwache Herz und schon war der Bypass fertig. Man kann sicherlich davon ausgehen, dass es die Sorge um die kleinen Anleger war, die dem armen Bänker die Koronargefäße ruinierte. Wir wünschen ihm gute Besserung und einen herzerfrischenden Prozess.

Bei Sportlern könnte man eigentlich davon ausgehen, dass durch ständiges Training auch die Durchblutung der Festplatte optimal funktionieren müsste, doch weit gefehlt. Manch einer kann sich zwar noch an die Knieverletzung erinnern, nicht aber an den Sturz über den Berg von Infusionsbeuteln, nach dem man in einer Lacke von Eigenblut ausgerutscht ist und kopfüber in den Anabolika-Container geflogen ist. Was bleibt, ist das alte Motto "Dabeisein ist alles", was natürlich auch für Großfunktionäre gilt, die selbstverständlich nur das Wohl der Sportler im Auge haben.

Liebe Freunde der Goldegger Blues & Folk Tage: Wir haben euch nicht vergessen, haben das auch in Zukunft nicht vor, und hoffen natürlich, dass unser Programm der 19. B & F Tage auch für euch unvergesslich bleibt.

Let's bluesing and folking

Juni 2007 Gü (Günther Eisenmann)