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Rückblick/2004/Festivalbericht

Festivalrückblick 2004

Die 16. Goldegger Blues & Folktage von 25.6. bis 26.6.2004

Ein Festivalbericht von Günter Burgstaller, ARGE Blues & Folktage. Dieser Text ist bis auf den letzten Absatz auch in der Ausgabe 4/04 des Musikmagazins Concerto erschienen.

Der Konkurrenzdruck für die 16. Goldegger Blues & Folk Tage war diesmal groß: neben EM Fußballübertragungen und Bezirkshauptstadtfest buhlten witterungsbedingt verschobene Sonnwendfeiern um Besucher.

Plakat der 16. Goldegger Blues & Folk Tage

Trotzdem füllte bereits zahlreiches Publikum den Schloßhof, als die junge Band Foggy Mirror thematisch etwas außertourlich mit Grunge und Metal die Aufwärmrunde der Veranstaltung bestritt.

Plakat der 16. Goldegger Blues & Folk Tage

Wenngleich die darauf folgenden Jalapeno Compadres aus einer Gegend kommen, in der eher Hopfen angebaut wird, bedeutet der Name übersetzt "Pfefferonikumpane". Mit einer scharfen Mischung aus Folk, Country und Tex-Mex Songs, ideenreich begleitet auf Gitarre, Dobro und Mandoline, war das bayrisch-österreichische Duo für Hitzewallungen beim Publikum durchaus gut.

Jalapeno Compadres

Christian Schermer ist sicherlich ein aussichtsreicher Kandidat, um den Altmeistern der Fingerpicking-Gitarre in Österreich dereinst den Rang abzulaufen. Neben Darbietung eigener Lieder mit Folkbegleitung und der obligatorischen keltischen Instrumentalstücke, zeigte Schermer zuletzt mit Rasta Reggae die verblüffende Bandbreite seiner Gesangs- und Gitarrentechnik.

Christian Schermer

Der Name Bernhard Egger ist so etwas wie ein Gütesiegel für Blues Bands. Mit der Bernhard Egger Blues Band in Goldegg bereits öfter zu Gast, trug er heuer als rhythmischer Motor der Austrian Blues Unit zu derem von vielen Zuhörern anerkennend goutierten Boogie Woogie und Swing Blues bei.

Austrian Blues Unit

Boogie Stuff, mit Frank Zappas ehemaligem Schlagzeuger als Gaststar, vertrieb nach Mitternacht die Müdigkeit mit entsprechendem Schallpegel, der glücklicherweise erst nach der letzten vom tanzfreudigen Publikum eingeforderten Zugabe eine Stippvisite der Exekutive zeitigte.

Boogie Stuff

Die für FM4 Hörer nicht ganz unbekannte Salzburger Band Deep Sea Mud eröffnete das Programm am Samstag mit bluesigen Eigenkompositionen und gitarrenlastigen Rocksongs abseits kommerzieller Trampelpfade.

Deep Sea Mud

Die Klienten der Lebenshilfe, denen der Reinerlös der Benefizveranstaltung zugute kommt, leisteten mit ihrem Gospelchor unter der Leitung von zwei Musiktherapeutinnen einen halbstündigen, vielfach beklatschten musikalischen Beitrag.

Lebenshilfe Musikprojekt

Ein zentrales Bühnenmikrofon erlaubt ein raffiniertes Wechselspiel der einzelnen Instrumente und Stimmen, wie es im traditionellen Bluegrass perfektionistisch kultiviert wird, so auch von den slowenischen Footprints, die als erste Bluesgrassband seit fünf Jahren mit A-Cappella-Gospels, Standards und eingängigen Liedern in ihrer Muttersprache in Goldegg neue Maßstäbe setzten.

Footprints

Als wahrhaft bunte Vögel präsentierte sich die australische Gruppe Totally Gourdgeous, allein schon wegen der schrillen Kostümierung. Musiziert wurde vorwiegend auf Instrumenten, die aus speziellen Kürbissen (engl. gourd) selbst gefertigt sind. Geschickt kombiniert mit vokalen Mitteln und unter häufiger Einbeziehung der Zuhörerschaft, waren sie im Handumdrehen die Publikumslieblinge des Abends.

Totally Gourdgeous

Wer sich bei den Australiern noch nicht völlig verausgabt hatte, konnte das Festival auf der Tanzfläche zum Chicago City und West Coast Blues der Blue Monday Bluesband ausklingen lassen.

Blue Monday Bluesband

Unbedingt erwähnt werden muss noch, dass der Lebenshilfe Franz am Sonntag in aller Herrgottsfrühe aufgestanden ist und beim Abbau der Bühne fleißig mitgeholfen hat. Und so blicken der Franz und die ARGEnauten in Richtung 17. Goldegger Blues & Folk Tage und fragen sich, welche Klippen es wohl beim nächsten Mal zu umschiffen gilt, bevor der Goldegger Schlosshof für zwei Tage wieder ganz der Blues- und Folkmusik gehört.

Die ARGEnauten